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Kraniofaziale Chirurgie befasst sich mit den angeborenen und erworbenen Fehl-bildungen im Gesichts- und Schädelbereich.
Der berühmte Pariser Plastische Chirurg Paul Tessier ist der Pionier der kraniofazialen Chirurgie. In den 70er Jahren eröffnete er neue
Möglichkeiten für die Behandlung von kindlichen Schädel-
fehlbildungen.
Die meisten kraniofazialen Eingriffe werden im Säuglingsalter durchgeführt und in einigen Fällen schon vor dem sechsten Lebensmonat.
Angeborenen kraniofaziale Fehlbildungen:
- Kraniosynostosen (prämature Schädelnahtverschlüsse)
- Kraniofaziale Syndrome (Apert-Syndrom oder Crouzon-Syndrom)
- Lippen- Kiefer- und Gaumenspalten
- Gesichtsasymmetrien
- Encephalocelen
- Gesichtsspalten (nach Tessier)
Erworbene kraniofaziale Fehlbildungen:
- Gesichtsverletzungen
- Tumore
Kraniofaziale Operationen werden in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Plastischen Chirurgen und Neurochirurgen durchgeführt.
Patienten mit kranio-fazialen Fehlbildungen werden von einem kompetenten interdisziplinären Team evaluiert und behandelt. Zu diesem Team gehören
Augenärzte, Hals-Nasen-Ohrenärzte, Mund-Kiefer und Gesichtschirurgen, Kieferorthopäden, Anästhesisten, Genetiker und Kinderärzte.
Schwerpunkte der kraniofazialen Chirurgie sind vorzeitige Schädelnahtverschlüsse, Orbitafehlbildungen, Gesichtsspalten und Encephalocelen.
Unbehandelte kraniofaziale Fehlbildungen können zu folgenschweren funktionellen und ästhetischen Beeinträchtigungen führen. Die funktionellen
Störungen werden durch den erhöhten intrakraniellen Druck und durch das pathologische Schädel- und Gesichtswachstum verursacht. Eine entstellende
Fehlbildung kann die psychosoziale Entwicklung der Kinder negativ beeinflussen.
Bei der operativen Behandlung von Schädelnahtsynostosen wird eine Stirn- und Orbitadachverlagerung (fronto-orbitales Advancement) durchgeführt.
Eine konservative Behandlung mittels Kopflagerung oder "Kopfbandagen" mit speziell angefertigten Helmen bleibt leichten Fehlbildungen und
lagerungsbedingten Fällen vorbehalten. Bei ausgeprägten Gesichtsfehlstellungen wird nach einer Umstel-lungsosteotomie des Gesichtsschädels
das Prinzip der Distraktion angewandt. Durch die Verlagerung des Gesichtsschädels kann ein verbessertes funktionelles und ästhetisches Ergebnis erreicht werden.
Ich führe kraniofaziale Eingriffe in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen kranio-fazialen Team am Behandlungszentrum Vogtareuth / Rosenheim
und an der Universitätsklinik der Universität von Stellenbosch in Kapstadt, Südafrika durch.
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